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London: Bürgerwehren gegen Randalierer

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London: Bürgerwehren gegen Randalierer

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Die Londoner machen gegen die Krawalle mobil: In mehreren Stadtteilen der britischen Hauptstadt formierten sich Gruppen von Bürgern, die Straßen, Häuser und Geschäfte vor Randalierern schützen wollen. Allein in Enfield im Norden Londons waren rund 200 Anwohner unterwegs, die sich zum größten Teil über das Internet organisiert hatten. “Wir sind die Enfield Army”, ruft ein wenig vertrauenerweckender junger Mann, “wir sind aus einem Grund hier: um unsere Familien zu schützen. Meine Freundin und mein Kind sind daheim und ich beschütze sie bis zum Tod.”

Auch im Londoner Stadtteil Eltham patrouillierten Hunderte Menschen durch die Straßen. Die “English Defense League”, kurz EDL, eine höchst umstrittene, rechte Gruppierung, trat ebenfalls in Erscheinung. “Die Polizei ist unfähig, die Straßen zu sichern”, so ein EDL-Vertreter. “Diese Bürger hier, diese Patrioten, sind gekommen, um die Gegend zu schützen, und wir von der EDL haben 50 Leute hier und sorgen dafür, dass die Aktion nicht aus dem Ruder läuft.”

Aber auch die Bürgerpatrouillen liefen nicht völig gewaltfrei ab. So wurde in Eltham ein Linienbus angegriffen, nachdem mehrere schwarze Passagiere auf dem Oberdeck durch das Fenster gedeutet und gestikuliert hatten. Die Polizei musste eingreifen, um eine Eskalation zu verhindern. Aus Polizeikreisen kam scharfe Kritik an den Bürgerwehren: Diese würden die Lage noch verschlimmern, hieß es.