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Politik und Wirtschaft in Berlin und Paris

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Politik und Wirtschaft in Berlin und Paris

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Die Amtsvorgänger von Merkel und Sarkozy – Kohl und Mitterrand – haben vor 20 Jahren die Europäische Union zustande gebracht. Und was bringen die heutigen Spitzenpolitiker aus Berlin und Paris zustande? n jüngster Zeit vor allem Rettungsschirme und Krisengipfel.

Für einen Grund zum Feiern muss da schon die 100. Ausgabe der Bayreuther Festspiele herhalten.

Das war am 25. Juli. Seither ist das EU-Spitzenpersonal in den Ferien.

In Paris gab es allerdings gestern eine Dringlichkeitssitzung beim extra aus dem Urlaub herbeigeeilten Präsidenten. Eine steile Talfahrt der französischen Bankenkurse hatte auch die Politik aufgeschreckt. Französische Banken sind tief mit den griechischen Schuldenproblemen verwoben.

11% Verlust in einer Woche beim Pariser Börsenkurs CAC 40 , beim deutschen DAX ging es sogar noch schneller bergab – ohne dass sich die Kanzlerin äußerte. Auch Italien und Spanien haben ihre bisherigen Reformankündigungen noch nichts gebracht – glaubt man den Börsenkursen.

Vom Wirtschaftsfachmann Haig Simonian von der

“ Financial Times” kommt die Mahnung an die Politiker, sie sollten endlich sagen, was zu tun ist für die Zukunft des Euro. Vor allem Deutschland als immer noch stärkste Wirtschaftsmacht im Euroraum. Die Kanzlerin solle klare Worte sagen, aber leide fehle es ihr an einer klaren Linie.

Zu sehen waren eigentlich nur die Wirtschaftsminister Philip Rößler und Francois Baroin. Den beiden jungen Herren fehlt es aber an politischem Gewicht, um in Krisenzeiten Zeichen setzen zu können. Da läßt schon eher die Ankündigung aufhorchen, dass nun auch die Chefs der beiden sich baldigst wieder zusammensetzen wollen. Am kommenden Dienstag, wenn in Berlin die Gedenkreden zum Mauerbau vor 50 Jahren vorbei sind, werde Angela Merkel wieder einmal nach Paris düsen, teilte das Kanzleramt mit.

Dort wolle sie dann im Gespräch mit Präsident Nicolas Sarkozy um neue gemeinsame Vorschläge ringen zur Stärkung der wirtschaftspolitischen Steuerung der Eurozone. Die Vorschläge sollen in die Überlegungen einer Arbeitsgruppe des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy einfließen, die für ein verbessertes Krisenmanagement in der Eurozone sorgen soll.