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Auch AU-Friedenstruppen mitschuld an Hungersnot

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Auch AU-Friedenstruppen mitschuld an Hungersnot

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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat allen somalischen Konfliktparteien vorgeworfen, zur Hungerkatastrophe beizutragen zu haben. Nicht nur die islamistische Al-Schabaab-Miliz, sondern auch die vom Westen unterstütze Übergangsregierung sowie die Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) hätten Verbrechen begangen und die Lage der Bevölkerung verschlimmert, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

“Human Rights Watch fordert alle Konfliktparteien auf, unverzüglich die Übergriffe auf Zivilisten einzustellen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und denen, die vor dem Konflikt fliehen, Zugang zu Hilfsleistungen und Bewegungsfreiheit zu gewähren”, sagte Neela Ghoshal von HRW in Nairobi.

Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Associated Press wird der größte Teil der Lebensmittelhilfe, die nach Mogadischu gelangt, gestohlen. “Ich habe noch nie Hilfsleistungen von einer UN-Organisation erhalten. Das bißchen Lebensmittel, das wir erhalten, wird uns von Milizen und Gaunern weggenommen, die wissen wie schwach wir sind”, klagt ein Flüchtling.

Deutschland wird seine Hilfe für die Dürreregionen im Osten Afrikas um bis zu 118 Millionen aufstocken. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel will morgen die großen Flüchtlingslager an der kenianisch-somalischen Grenze besuchen.