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Wie weiter mit dem Euro?

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Wie weiter mit dem Euro?

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War das alles nur eine gewaltige Fehlentscheidung?

Haben da ein paar Politiker sich Illusionen hingegeben, für deren Scheitern wir nun alle zahlen müssen?

Fakt ist: Aussteigen aus dem Euro wäre teuer.

Dazu ist die Währungsunion schon zu weit vorangeschritten. Die Staaten haben ihre Entscheidunggewalt über die Währungspolitik an die Europäische Zentralbank abgegeben. Die EBZ allein legt Zinssätze fest und lässt Geld drucken.

Nur haben sich dummerweise die Staaten nicht an das gehalten, was sie da per Vertrag einander versprochen hatten. Nämlich, die Staatsverschuldung dürfe nicht höher sein als 60% des Bruttoinlandsproduktes.

Alle haben sie mehr Schulden, sogar Klassenprimus Deutschland mit 87%.

Die gemeinsamer Währungspolitik hat aber keineswegs zu einem schnell genug zusammenwachsenden Wirtschaftsraum geführt, wie sich das die Väter des Euro erträumt hatten.

Die hatten gemeint, wenn die Währungsunion erst einmal funktioniere, würden die notwendigen Integrationsschritte zum gemeinsamen Wirtschaftsraum automatisch folgen. Das hat sich als Fehleinschätzung erwiesen.

Nun haben über eine gefährlich lange Zeit gefährlich viele Partner der Gemeinschaftswährung über ihre Verhältnisse gelebt, ohne dass die Solideren, Vorsichtigeren sie daran hätten hindern können. Echte Sanktionsmöglichkeiten sieht der Vertrag über die “Europäische Währungsunion” nämlich ebensowenig vor wie die Möglichkeit des Ausstritts. Und so hat die unterschiedliche Art der Staaten, mit der Währungsunion umzugehen, zu arg unterschiedlichen Interessen geführt.

Kurz gesagt: Die solideren Haushälter – und deren Steuerzahler – werden für die unsolideren zahlen müssen.´Die “Euro-Zone” war von Anfang an nicht das, was Ökonomen einen “optimalen Währungsraum” nennen. Da wurde sehr viel auf das “Prinzip Hoffnung” gesetzt. Zum Vergleich: Beim Dollar kommt zur Währung der gemeinsame Bundeshaushalt hinzu. In der Euro-Zone aber hat jeder Staat seinen eigenen Staatshaushalt, den er nach historisch völlig unterschiedlich gewachsenen Prinzipien führt.