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Die Rebellen nähern sich der libyschen Hauptstadt.

Eine Nachrichtenagentur titelt schon “Gaddafi spürt den Atem der Rebellen”.

Doch wie ernst sind solche Bilder zu nehmen?

Aber was sagten übermütige Schüsse in die Luft über die Lage aus?

Der Militärsprecher der Rebellen, Oberst Ahmed Omar Bani, erklärt die militärische Lage.

Nach seiner Sicht der Dinge ist ein Blutbad beim Kampf um die Hauptstadt nicht auszuschließen Er glaube nicht, dass die gesamte Bevölkerung von Tripolis gegen die Revolution kämpfen werde.

Einige davon seinen Mörder, eng verbunden mit Gaddafi und dessen Verbrechen. Die werden bis zum Ende kämpfen, weil sie nirgendwo mehr hin können.

Auch auf diesen Bildern aus den letzten Tagen sieht Tripolis aus wie immer. Geschäftig.

Reichlich mit Gaddafi-Bildern dekoriert.

Für ausländische Beobachter bleibt es äußerst schwierig, einzuschätzen, wieviele echte Anhänger Gaddafi hier noch hat.

Die jubelnden Massen vom 15. August müssen nicht alle mit dem Herzen dabei sein.

Man kann aber davon ausgehen, dass in der Hauptstadt besonders viele Parteigänger des Revolutionsführers leben, die von seinem Regime profitiert und ihm auch entsprechend eifrig gedient haben.

Kann es eine Verhandlungslösung geben?

Obwohl das beide Seiten gerade wieder dementiert haben, halten sich hartnäcktig Gerüchte von Geheimverhandlungen in einer Hotelanlage auf der tunesischen Ferieninsel Djerba.

Die Insel gleich um die Ecke wäre zumindest recht einfach abzusichern.

Bleibt die Frage, wer Verhandlungen führen sollte.

Gaddafi ist gerade wieder einer seiner Gefolgsleute abhanden gekommen, hat sich abgesetzt.

Und auf Seiten der Rebellen? Da sind die Führungsverhältnisse alles andere als klar.

Seit dem 29. Juni gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Gaddafi, ausgestellt von Internationen Strafgerichtshof.

Die Rebellen wollen ihn hinter Gittern sehen.

Und wie steht es mit seinen Freunden? Wie viele hat er noch? Wer würde ihn aufnehmen?

Denkbar wären in Afrika Eritrea, Uganda, Südafrika, Senegal – und in Lateinamerika Kuba oder Venezuela.

Und dann bliebe ja auch noch die Variante:

Tyrannenmord. Den vielen jungen Hitzköpfen unter den Rebellen wäre diese Lösung wohl gar nicht so unsympatisch. Das nächste historische Datum wird der 1. September sein – dann ist Gaddafi 42 Jahre an der Macht.