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Franzose zahlt belgische Burka-Bußgelder

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Franzose zahlt belgische Burka-Bußgelder

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In Belgien hat ein französischer Geschäftsmann die Bußgelder für zwei Mädchen gezahlt, die einen Ganzkörperschleier in der Öffentlichkeit getragen hatten. Sie verstoßen damit gegen ein neues belgisches Gesetz.

Rachid Nekkaz ist nicht dafür, dass Frauen sich verhüllen, doch er hält das Verbot für diskriminierend. Er bietet allen betroffenen Frauen an, ihre Strafen zu zahlen.

Eines der Mädchen erklärte, warum es einen Ganzkörperschleier trägt: “Es ist meine freie Entscheidung. Ich trage ihn seit vier Monaten. Ich bin nicht verheiratet. Ich lebe bei meinen Eltern, und die sind nicht dafür. Sie haben mir nie gesagt, dass ich einen Schleier tragen soll.”

Nekkaz sprach über seine Sicht der Dinge: “Ich bin für ein Gesetz, dass Ehemänner schwer bestraft, die ihre Frauen dazu zwingen, einen Niqab zu tragen und die sie zu Hause einsperren. Doch diese jungen Frauen sollte man in Ruhe lassen. Denn die Bewegungsfreiheit der Menschen und der Güter ist das wichtigste Recht in einer Demokratie.”

Nekkaz hat einen Fonds von 1 Million Euro eingerichtet, um für Schleier-Strafgelder aufzukommen. Der Bürgermeister von Saint Josse, wo die Mädchen leben, wäre an finanzieller Unterstützung interessiert: “Wenn er Geld übrig hat, dann hätte ich da einige Ideen. In unserer Gemeinde leben 154 Nationalitäten und es mangelt nicht an Problemen.”

Nekkaz spielt mit dem Gedanken, Frankreich und Belgien, wo Burka-Verbote gelten, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu bringen.