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Inder haben Korruption satt: Proteste weiten sich nach Hungerstreik aus

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Inder haben Korruption satt: Proteste weiten sich nach Hungerstreik aus

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Der Kampf eines 74-jährigen Aktivisten in Indien gegen ein neues Anti-Korruptionsgesetz weitet sich zum Massenprotest aus. In mehreren Städten gab es an diesem Mittwoch Sit-ins, Menschenketten und Demonstrationen, allein in Neu Delhi versammelten sich laut Veranstaltern bis zu 70.000 Menschen am Parlament, das das Gesetz gerade berät.

Anna Hazare wollte mit einem unbefristeten Hungerstreik gegen den Gesetzentwurf protestieren, der ihm nicht weit genug geht. Er wurde am Dienstag vorübergehend festgenommen, ebenso mehr als tausend seiner Anhänger.

Premierminister Manmohan Singh blieb hart: Der Pfad, den Hazare gewählt habe, um seinen Gesetzvorschlag dem Parlament aufzudrängen, sei falsch und werde schlimme Folgen für Indiens parlamentarische Demokratie nach sich ziehen.

Doch Hazare steht nicht allein da. Die Kritiker des geplanten Gesetzes bemängeln unter anderem, dass dieses den Premierminister und Richter von Ermittlungen bei Korruptionsverdacht ausnimmt. Mit einem öffentlichen Fasten hatte Hazare nach dem Vorbild Gandhis schon im Frühjahr erreicht, dass die Regierung ein neues Anti-Korruptionsgesetz versprach.

Nun will er mit seinem Hungerstreik durchsetzen, dass der Entwurf nachgebessert wird. Seine Freilassung einen Tag nach der Festnahme verweigerte er, weil ihm die Bedingungen der Polizei nicht passen, wann und wie lange er seine Aktion durchführen darf.