Eilmeldung

Eilmeldung

Exklusiv-Interview: "Gaddafis Sohn hat mehrere Milliarden Dollar unterschlagen"

Sie lesen gerade:

Exklusiv-Interview: "Gaddafis Sohn hat mehrere Milliarden Dollar unterschlagen"

Schriftgrösse Aa Aa

Der Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, soll mehrere Milliarden Dollar aus der libyschen Ölproduktion illegal ins Ausland geschafft haben. Das sagte Libyens Ex-Energieminister Omar Fathi bin Shatwan im Gespräch mit Euronews. Das gesamte Exklusiv-Interview sehen Sie ab Freitagabend 18.40 MEZ. Hier ein Auschnitt:

Euronews: Libyen exportiert Öl, ist also ein reiches Land. Sie waren nun Energieminister dieses Landes, wo ist denn das ganze Geld von Gaddafi hin?

Omar Fathi bin Shatwan: Sehen Sie, Fakt ist doch, dass Libyen in den vergangenen zehn Jahren einfach total korrupt war, als sich Gaddafis Sohn Saif al-Islam sich mit allen Wirtschaftsangelegenheiten befasst hat. Die libysche Wirtschaft war in seinen Händen. Die, die im Allgemeinen Volkskommitee arbeiten, haben ihre Anweisungen direkt von ihm erhalten.

Euronews: Also trifft Muammar Gaddafi selbst keine Schuld?

Omar Fathi bin Shatwan: Die Einzelheiten kenne ich nicht, aber aus Erfahrung und auch durch meine frühere Arbeit denke ich, dass Saif al-Islam für alle Geldtransfers verantwortlich und auch dafür, Geld illegal ins Ausland geschafft zu haben. Das ist das, was ich weiß.

Euronews: Wieviel Geld wurde so ins Ausland überwiesen? Können Sie da Zahlen nennen?

Omar Fathi bin Shatwan: Naja, die Leute sprechen natürlich darüber, sie nennen keine konkreten Zahlen. Aber mit Blick auf die Ölproduktion der vergangenen Jahre schätzen wir, dass es sich bei dem hinterzogenen Geld um 200 bis 250 Milliarden Dollar handelt muss.