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Neue FAO-Gespräche zur Hungersnot in Ostafrika

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Neue FAO-Gespräche zur Hungersnot in Ostafrika

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In Rom treffen sich wieder einmal die Satten, um die Überlebenschancen der Verhungernden zu verbessern. Es sind die Agrarminister der 191 Staaten, die in der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung – FAO – mitarbeiten.

Sie beraten über einen Aktionsplan gegen die schlimme Hungersnot am Horn von Afrika.

Nach UN-Angaben hungern in Somalia 3,6 Millionen Menschen und noch einmal 12 Millionen in anderen Ländern am Horn von Afrika, besonders Äthiopien, Dschibuti und Kenia.

In Istanbul versprachen in der gleichen Woche die Mitglieder der Islamischen Konferenz den hungernden Glaubensbrüdern in Somalia 350 Millionen Dollar.

Wieviel von den Spenden bei hungernden Somaliern ankommt, hängt weitgehend von den Milizen ab, die das seit 20 Jahren unregierbare Somalia unsicher machen, allen voran die mit al-Kaida verbundene Shabab-Miliz.

Die kämpft nach eigenem Bekunden für einen Gottesstaat und lässt keine Lebensmittelhilfe passieren.

Der UN-Sicherheitsrat verbreitet derweil gedämpften Optimismus. Er drängt die politischen Kräfte in Somalia – also die Miliz-Kommandeure und den Regierungschef, der nicht einmal seine gesamte Hauptstadt regiert – zu einem Treffen Anfang September.

Die nach Abgaben eines UN-Sprechers “verbesserte Sicherheitslage” solle genutzt werden, um schleunigst Lebensmittel nach Mogadischu zu bringen. Wieviel davon dann auf Märkten zu Wucherpreisen verkauft wird, darauf haben die Spender keinen Einfluß. Es ist immer wieder der gleiche Kreislauf des Elends: Menschen hungern in Afrika – Industrieländer schicken Lebensmittel – deren Verteilung ruiniert die letzten vor Ort noch aktiven Bauern – die ziehen dann auch in Flüchtlingslager – und ihre nicht mehr gepflegten Felder holt sich der Wind.

So wächst in Afrika eine verlorene Generation heran, der es nicht nur an Nahrung fehlt – sondern auch am Wissen, wie man selbst seine Nahrung anbauen kann. Einen kleinen Lichtblick gibt es inzwischen in Äthiopien mit einem langfristig auf Hilfe zur Selbsthilfe angelegten echten Landwirtschaftsprogramm, bei dem die durch Monokultur ruinierten Böden rekultiviert werden. Aber so etwas dauert. Dazu braucht man einen langen Atem. Vor allem aber stabile politische Verhältnisse. Und davon ist Somalia immer noch meilenweit entfernt.