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Doch Präsidentschaftskandidatur für Strauss-Kahn?

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Doch Präsidentschaftskandidatur für Strauss-Kahn?

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Schon an diesem Dienstag könnte er ein freier Mann sein: Grund genug für die französischen Medien, wieder über eine Präsidentschaftskandidatur Dominique Strauss-Kahns zu spekulieren.

Im Vergewaltigungsverfahren in New York hat Oberstaatsanwalt Cyrus Vance das mutmaßliche Opfer – die einzige Zeugin – für diesen Montag einbestellt. Die Anwälte gehen davon aus, dass wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens Nafissatou Diallo das Strafverfahren bei der an diesem Dienstag anberaumten Sitzung eingestellt wird.

Doch reingewaschen, wie eine französische Zeitung schon titelt, ist der Ex-IWF-Chef nicht: Diallo hat noch eine Zivilklage eingereicht, und in Frankreich hängt ebenfalls eine Klage wegen versuchter Vergewaltigung an.

Dennoch stimmt Präsidentschaftskandidat und Parteikollege François Hollande in den Reigen ein: Es sei an Strauss-Kahn, zu entscheiden, ob er wieder einsteigen wolle, sowohl auf persönlicher wie auf politischer Ebene. Ein Mann mit solchen Kompetenzen könne seinem Land von Nutzen sein, egal was über ihn gesagt wurde.

Allerdings ist die Bewerbungsfrist für die Vorwahlen bei den Sozialisten schon abgelaufen. Und nicht alle Franzosen sind so wohlmeinend:

“Wenn jemand angeklagt wurde und gegen ihn solche Vorwürfe erhoben wurden, kann er dann für unschuldig erklärt werden? Das lässt mich an der amerikanischen Justiz zweifeln”, meint eine Pariser Passantin. Eine andere ist sich sicher: “Das bleibt in den Archiven – das wird nicht vergessen.”