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Libyen: Schlinge um Gaddafi zieht sich zu

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Libyen: Schlinge um Gaddafi zieht sich zu

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Trotz des bisher größten Erfolgs der libyschen Rebellen bleibt die Lage in Tripolis angespannt.

In der vergangenen Nacht war euronews dabei, als die Rebellen unter Freudenschüssen ins Zentrum der Hauptstadt einfuhren – nach monatelangen Kämpfen gegen die Truppen von Muammar Gaddafi.

Niemand weiß jedoch, wo sich der Machthaber befindet – ob noch in seiner schwer umkämpften Residenz – oder ob er sich bereits ins Ausland abgesetzt hat.

Noch ist Gaddafi also nicht weg. Aber schon wird in Berlin über einen möglichen Libyen-Einsatz der Bundeswehr gestritten. Die Regierung

verspricht eine «konstruktive Prüfung», falls es eine entsprechende UN-Anfrage gibt. Die Opposition ist gegen einen solchen Einsatz.

Unterdessen können die Rebellen zahlreiche Erfolge vermelden. Darunter die Einnahme des Sitzes des staatlichen Fernsehens. Sämtliche staatlichen Sender stellten daraufhin den Dienst ein. Es sind auch Momente wie diese, die die Rebellen an einen baldigen Sieg glauben lassen:

“Gaddafi hat keine Soldaten mehr, nur einige Freiwillige und Söldner. Die haben einfach noch nicht begriffen, dass das Regime gestürzt ist, dass Tripolis gefallen und Gaddafi am Ende ist.”

Vereinzelt gibt es jedoch noch Widerstand von Gaddafi-Anhängern. Deshalb haben die Rebellen Straßensperren errichtet. Wer sie passieren will, wird kontrolliert. Doch alle müssen sich in Acht nehmen:

“Es gibt viele Scharfschützen von Gaddafi. Wir können hier nicht lang gehen. Diese Seite ist nicht sicher.”

Euronews-Korrespondent Mustafa Bag berichtet aus Tripolis:

“Es gibt Gerüchte, dass Truppen von Gaddafi die Rebellen innerhalb der nächsten Stunden angreifen. Deshalb sind die Rebellenführer sehr vorsichtig. Darüber hinaus fliehen die Bürger aus Tripolis, weil sie weitere Gefechte fürchten.”