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DSK "reingewaschen" ?

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DSK "reingewaschen" ?

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Einer der mächtigsten Männer der Welt wurde vorgeführt wie ein Schwerverbrecher. Der New Yorker Staatsanwalt Cyrus Vance, Sohn des einstigen US-Außenministers gleichen Namens, hatte sich mit aller Härte auf diesen seinen ersten Fall von solchen Dimensionen gestürzt.

Er ließ den Chef des IWF unrasiert und in Handschellen vorführen.

Dabei hatte die Welt Dominique Strauss-Kahn – kurz DSK – eben als Politiker mit besten Aussichten gesehen. Bei den Vorwahlen der Sozialisten zum

Präsidentschaftswahlkampf 2007 in Frankreich hatte er nur knapp der späteren Kandidatin Segolene Royal den Vortritt lassen musste.

Der zweimalige Wirtschaftsminister blieb ein politisches Schwergewicht, weshalb der spätere Wahlsieger, Präsident Nicolas Sarkozy, ihn lieber weit weglobte – eben an die Spitze des internationalen Währungsfonds.

Für seine dortige Arbeit erntete DSK weltweit Anerkennung. Dass er zwischendurch mal eine Affäre mit einer Mitarbeiterin hatte, hinderte die französischen Sozialisten nicht daran, ihn zu ihrem Hoffnungsträger für die Prasidentenwahl 2012 zu küren. Francois Hollande, der nun gern Präsidentschaftskandidat der Linken werden möchte, meint, sein Parteifreund DSK könne mit seinen Kompetenzen dem Land noch vielfach nützen.

Ob DSK daheim noch einmal etwas werden kann, hängt auch von Tristane Banon ab. Als DSK in New York schon wie der überführte Täter aussah, rückte sie in Paris mit ihren Vorwürfen heraus. Da geht es um eine versuchte Vergewaltigung vor acht Jahren. Ihr langes Schweigen lässt die französische Justiz allerdings sehr vorsichtig mit dieser späten Anzeige umgehen. Die Tageszeitung “Le Progrés” aus Lyon kommentiert, das Wort “reingewaschen” sei bei dieser Art der Einstellung des Verfahrens völlig unangebracht.