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Libyen: Gaddafis Soldaten kämpfen weiter

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Libyen: Gaddafis Soldaten kämpfen weiter

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In der libyschen Hauptstadt Tripolis sind schwere Kämpfe um den Stützpunkt Bab al-Asisija entbrannt, in dem Machthaber Muammar al-Gaddafi vermutet wird.
 
Gaddafis Residenz ist größtenteils zerstört, darunter liegt aber ein ausgedehntes Bunkersystem. Die Aufständischen gehen davon aus, dass sich Gaddafi in einem seiner Bunker befindet.
 
Die Rebellen haben das Anwesen umstellt und versuchen das alte Tor auf der Westseite zu durchbrechen.
 
Sie bekommen offenbar Unterstützung aus der Luft. Die Nato soll Gaddafis Residenz heftig bombardieren, das berichten Journalisten vor Ort. 
  
Auch aus anderen Stadtteilen werden Gefechte zwischen Gaddafis Soldaten und den Rebellen gemeldet. Vom Hotel Rixos, in dem westliche Journalisten untergebracht sind, sollen Explosionen und Schüsse zu hören sein.
 
In den Krankenhäusern in Tripolis und Umgebung spitzt sich die Lage nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zu.
 
Es fehlt an Medikamenten und es gibt Probleme mit der Stromversorgung. Das Internationale Rote Kreuz hat Sonder-Hilfslieferungen an die Krankenhäuser in Tripolis eingeleitet.
 
Bisher sind Schätzungen zufolge bei dem Kampf um Tripolis bis zu 2000 Menschen getötet worden.
 
In der libyschen Hauptstadt herrscht viel Verwirrung, selbst für Journalisten vor Ort ist es sehr schwierig sich einen Überblick zu verschaffen.
 
Jüngsten Informationen zufolge haben die Rebellen den internationalen Flughafen eingenommen. Doch Abschnitte zwischen Gaddafis Residenz und dem Flughafen sind in den Händen von Gaddafi-treuen Soldaten.
  
Gerüchten zufolge geben sich Soldaten von Gaddafi als Rebellen aus. Sie kleiden sich wie die Aufständischen und tragen deren Flagge.
 
Es heißt ausserdem, dass die Soldaten von Gaddafi möglichst viel Schaden anrichten wollen, selbst wenn sie den Kampf nicht mehr gewinnen können.
 
Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, hat die Rebellen erneut aufgerufen, keine Racheakte zu verüben. Alle Gefolgsleute Gaddafis müssten sich vor Gericht verantworten, sobald die Lage stabil sei.