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Hat Gaddafi noch chemische Waffen?

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Hat Gaddafi noch chemische Waffen?

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Das noch vorhandene Waffenarsenal des Muamar al-Gaddafi ist schwer einzuschätzen. Einige Raketen aus älteren Beständen – die sogenannten “Scud” – waren eben noch auf die Rebellen abgefeuert worden.

Die haben inzwischen mehrere Militärstützpunkte der Gaddafi-Armee eingenommen. Nun wird die besorgte Frage laut, was an Waffen und Munition wo noch existiert und vor allem, wie ein verantwortungsvoller Umgang damit zu garantieren sei. Entsprechendes Fachwissen ist bei der bunten Rebellentruppe kaum zu erwarten, dafür eher gefährlicher Leichtsinn. Nachdem Gaddafi 2003 den Massenvernichtungswaffen abgeschworen und 2004 die Konvention zum Verbot chemischer Waffen unterzeichnet hatte, sollten die eigentlich unter internationaler Aufsicht vernichtet werden.

Offiziell lief diese Operation seit 2010. Allerdings gibt es seit Februar 2011, seit dem Beginn der Rebellion, keine verläßlichen Informationen mehr, wie die zuständige internationale Organisation mitteilt. Seither war die Sicherheit der internationalen Fachleute nicht mehr gewährleistet, so dass die Arbeiten unterbrochen werden mussten.

Vermutlich waren bis zu diesem Zeitpunkt 55% der libyschen Reserven entsorgt. Geschätzt wird, dass noch zwischen 9 und 11 Tonnen Chemiewaffen übrig geblieben sein könnten.

Es fehlen aber genaue Hinweise darauf, wo diese gefährlichen Altlasten liegen und um welche Art von Chemiewaffen es sich handelt. Offen bleibt auch die Frage nach Binärwaffen – das sind Substanzen, die einzeln harmlos sind, aber fachgerecht zusammengefügt zu Massenvernichtungswaffen werden. Was passiert, wenn die Rebellen dieses Erbe finden?