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Strauss-Kahn: Strafverfahren abgeblasen, Affäre geht weiter

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Strauss-Kahn: Strafverfahren abgeblasen, Affäre geht weiter

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Das Strafverfahren gegen Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung in New York ist eingestellt. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds kann gut drei Monate nach seiner Festnahme Amerika verlassen, sobald er seine Pässe zurückhat.

Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo hatte angegeben, Strauss-Kahn habe in einem New Yorker Hotelzimmer versucht, sie zum Sex zu zwingen.

Oberstaatsanwalt Cyrus Vance hatte die Einstellung des Strafverfahrens beantragt, wegen Zweifeln an ihrer Glaubwürdigkeit.

Dominique Strauss-Kahn:

“Es ist das Ende einer schrecklichen Prüfung. Ich bin sehr erleichtert, auch für meine Frau, meine Kinder, meine Freunde und alle, die mich in dieser Zeit unterstützt haben.”

Diallos Anwalt Kenneth Thompson findet die Niederschlagung des Verfahrens ungerecht.

In einem Zivilprozess will Diallo Schadensersatz fordern. Dabei könnte DSK – wie der Franzose kurz genannt wird – auch in Abwesenheit zu einer Geldstrafe verurteilt werden, selbst wenn Zweifel an seiner Schuld nicht vollständig ausgeräumt wären.

Kenneth Thompson:

“Staatsanwalt Vance hat eine unschuldige Frau im Stich gelassen und ihr das Recht auf Gerechtigkeit in diesem Vergewaltigungsfall verweigert.”

Eine Story ohne Gewinner – kommentiert das Wall Street Journal den Ausgang. Diallo unglaubwürdig, obwohl Indizien für sie sprachen. Staatsanwalt Vances Handeln überstürzt. Und DSK – auch wenn Franzosen ihrer politischen Elite ihre “Phantasien à la Ludwig XIV” durchgehen ließen – müsse einsehen: “New York ist nicht Paris”.