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Lenkt Indiens Regierung nach Hungerstreik ein?

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Lenkt Indiens Regierung nach Hungerstreik ein?

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Mit seinem Hungerstreik hat Indiens wohl bekanntester Korruptionsgegner Anna Hazare vielleicht doch einen kleinen Erfolg erzielt: Die Regierung zeigte sich jetzt bereit, seinen Entwurf für ein schärferes Anti-Korruptionsgesetz zusammen mit ihrem Vorschlag und weiteren Entwürfen im Parlament beraten zu lassen. Am Mittwoch waren Gespräche noch gescheitert. Seit einer Woche hungert Hazare nach dem Vorbild Gandhis öffentlich, sieben Kilo soll der 74-Jährige schon verloren haben.

Grund für Bollywood-Schauspieler Om Puri, Hazare mit Gandhi zu vergleichen: Er sei wie dessen Wiedergeburt, man könne ihn den Mahatma Gandhi des 21. Jahrhunderts nennen.

Andere kritisieren, Hazare halte ein gewähltes Parlament als Geisel. Parlament und Regierung riefen ihn an diesem Donnerstag geschlossen auf, den Hungerstreik zu beenden.

Premierminister Manmohan Singh erklärte, Hazares Leben sei zu wertvoll. Er wolle, dass dieser ein langes, glückliches Leben führe. Er respektiere seinen Idealismus, und deshalb solle Hazare seinen Hungerstreik aufgeben.

Tausende Inder hat der Hungerstreikende hinter sich: Vor allem die wachsende Mittelklasse in den Städten hat es satt, ständig Bakschisch zu zahlen, ob für den Führerschein oder die Geburtsurkunde.