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Neuer mutmaßlicher Missbrauchsfall erschüttert Österreich

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Neuer mutmaßlicher Missbrauchsfall erschüttert Österreich

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In einem kleinen Ort bei Braunau am Inn, unweit der deutschen Grenze, soll ein heute 80-Jähriger gut vierzig Jahre lang seine beiden Töchter misshandelt und missbraucht haben. Auch die inzwischen verstorbene Mutter soll er jahrelang vergewaltigt und geschlagen haben.

Im Mai konnten sich die Töchter befreien, erst nach und nach rückten die geistig behinderten Frauen mit der Sprache heraus. Sie standen wegen ihrer Behinderung unter einer Art Vormundschaft. Der Vater soll sie mit Mistgabeln, Waffen und Morddrohungen eingeschüchtert und ihnen jeden sozialen Kontakt verboten haben. Die ganze Familie soll in einem einzigen Raum gelebt haben.

Die Familie habe immer in Abgeschiedenheit gewohnt, erklärte Bezirkspolizeikommandant Martin Pumberger. Dass Mutter und Töchter nie etwas gesagt hätten, habe vermutlich an dem physischen und psychischen Druck gelegen, den der Vater auf sie ausübte.

In dem 2.400-Seelen-Ort gab es laut Bürgermeister keine Gerüchte darüber. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

Im Mai soll sich eine Tochter gegen einen Vergewaltigungsversuch gewehrt haben, der Vater stürzte. Erst zwei Tage später holten die Frauen Hilfe, der Mann kam in ein Pflegeheim. An diesem Donnerstag wurde er festgenommen, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Körperverletzung, Nötigung, Vergewaltigung und weitere sexuelle Delikte gegen wehrlose Personen.