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US-Journalist aus Libyens Foltergefängnis befreit

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US-Journalist aus Libyens Foltergefängnis befreit

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An seine Rettung hatte Matthew VanDyke schon nicht mehr geglaubt: Der Fotojournalist war monatelang in dem berüchtigten libyschen Gefängnis Abu Salim eingesperrt. Vor wenigen Tagen wurde er von Aufständischen befreit. Im März war er nach Libyen gekommen, um über die Proteste zu berichten.

“Ich war in Brega,” erinnert er sich. “An dem Tag habe ich Fotos von der Stadt gemacht. Ich habe drei Aufständische in einem LKW begleitet, dann wurden wir aus einem Hinterhalt angegriffen.”

Aus dem Kurztrip nach Brega wurde ein monatelanger Gefängnisaufenthalt. Zwar habe man ihn nicht gefoltert, aber als angeblicher Spion war er großem psychologischen Druck ausgesetzt. Bis zu seiner Befreiung vor wenigen Tagen: “Wir sind aus dem Gefängnis ausgebrochen, massenhaft. Gefangene kamen zu meiner Zelle und brachen die Schlösser auf. Ich dachte, es wären Wärter, die mich töten wollen, ich dachte, das ist das Ende. Ich dachte, die schleifen mich nun nach draußen, bedecken mich mit Gummireifen und stecken mich in Brand. Dann aber kamen mehr und mehr, alle waren so gekleidet wie ich. Einer sagte: Gaddafi ist am Ende. Das habe ich nicht glauben können,” sagte VanDyke.

Seiner Mutter und Freundin in Baltimore hatte er gesagt: Er bleibe so lange, bis Libyen befreit sei. Nun könnte es langsam Zeit werden für die Rückreise in die USA.