Eilmeldung

Eilmeldung

Trichet verteidigt Ankauf von Staatsanleihen

Sie lesen gerade:

Trichet verteidigt Ankauf von Staatsanleihen

Schriftgrösse Aa Aa

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank verteidigt. Dies solle sicherstellen, dass die geldpolitischen Impulse auch auf Finanzsystem und Wirtschaft übertragen werden, erklärte er vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel. Von den Abgeordneten bekam er parteiübergreifend Unterstützung.

Die EZB hat nach jüngsten Informationen für gut 115 Milliarden Euro Anleihen klammer Euro-Länder gekauft, in den vergangenen zwei Wochen ihre Ankäufe aber heruntergefahren.

Trichet drängte außerdem auf rasche Umsetzung des zweiten Griechenlandhilfspakets. Dieses war im Grundsatz am 21. Juli beschlossen worden. Bislang verhindert eine Sondervereinbarung zwischen Finnland und Griechenland über Extra-Sicherheiten aber die Einigung über seine Umsetzung.

“Wir erleben gerade eine sehr spezielle Episode der Weltgeschichte”, erklärte Trichet im Interview mit euronews. “Dies ist die schlimmste Finanzkrise und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Also etwas sehr Großes – groß in Europa, groß in den USA, groß in Japan, groß im Rest der Welt.

Wir müssen alle nötigen Konsequenzen aus dieser Krise ziehen, in allen Bereichen. Dazu gehören natürlich die Finanzmärkte und der Finanzsektor, in dem sehr streng eine Menge Reformen umgesetzt werden müssen. Und in Europa im Besonderen haben wir das Problem, dass wir unsere Regierungsführung verbessern müssen.”

Laut dem Vorsitzenden der Finanzminister der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, ist aber ein Kompromiss zur Umsetzung des neuen Hilfspakets in Sicht.