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Iran, Libyen und der Fall Sadr

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Iran, Libyen und der Fall Sadr

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Der Iran hat dem libyschen Übergangsrat zum Sturz von Gaddafi gratuliert und den Vorsitzenden des Rates dazu eingeladen, Teheran möglichst bald zu besuchen. Iran hat allerdings die libysche Übergangsregierung noch nicht offiziell anerkannt.

Bereits vor der Einnahme von Tripolis hat der Iran nach eigenen Angaben die libyschen Rebellen mit humanitärer Hilfe unterstützt.

Irans geistlicher Führer, der Ayatollah Ali Chamenei, warnte unterdessen das libysche Volk. Jene die herbeigeeilt seien und die Revolte jetzt für sich beanspruchen würden, seien gestern Freunde von Gaddafi gewesen. Teheran hatte seit Beginn des Aufstands den militärischen Einsatz der Nato verurteilt.

Die Annäherung zwischen Iran und dem libyschen Übergangsrat kommt für Beobachter nicht überraschend denn die Beziehungen zwischen Teheran und Gaddafi waren von Feindseligkeiten geprägt.

Grund für das Zerwürfnis ist der im Iran geborene schiitische Geistliche Moussa Sadr. Der Imam besuchte Libyen 1978 und verschwand. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Gerüchten zufolge ließ Gaddafi den Imam ermorden. Andere behaupten, dass Sadr immer noch am Leben sei.

Der Iran hofft nun, dass Sadrs Schicksal, 33 Jahre nach seinem Verschnwinden, endlich aufgeklärt werden kann.