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Türkei zu Israels Einsatz gegen "Gaza-Hilfsflotte": "Da hört die Freundschaft auf"

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Türkei zu Israels Einsatz gegen "Gaza-Hilfsflotte": "Da hört die Freundschaft auf"

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Die Türkei sieht in Israels Vorgehen gegen die sogenannte Gaza-Hilfsflotte offenbar einen Prüfstein für den eigenen Einfluss in der Region. 15 Monate nach dem Zwischenfall im östlichen Mittelmeer mit neun Toten und kurz vor der offiziellen Veröffentlichung eines UN-Berichtes zum israelischen Militäreinsatz hat Istanbul den Botschafter Israels ausgewiesen. Begründung: Israel solle sich entschuldigen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu:

“Heute sind wir an einem Punkt angekommen, da hat Israel alle Chancen sausen lassen, die wir geboten haben. Jetzt ist es Zeit, dass die israelische Regierung einen Preis dafür zahlt, das sie sich über das Gesetz stellt und illegale Handlungen begeht – ohne Rücksicht auf Menschlichkeit. Und dieser Preis ist die Freundschaft der Türkei. Die Türkei erkennt Israels Gaza-Blockade nicht an. Sie wird diese Blockade vom Internationalen Gerichtshof überprüfen lassen.”

Ende Mai 2010 hatte ein israelisches Spezialkommando das türkische Schiff “Mavi Marmara” aufgebracht, das die Seeblockade vor dem Gazastreifen durchbrechen wollte.

Der vor der offiziellen Veröffentlichung durchgesickerte UNO-Bericht spricht nach Medieninformationen den Soldaten ein Recht auf Selbstverteidigung zu und verurteilt die Todesfälle.

Als mächtigstes Land in der Region werde die Türkei ihre Rechte und die aller hilfsbedürftigen Menschen schützen, sagte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül. Auch die internationale Gemeinschaft müsse dies zur Kenntnis nehmen.