Eilmeldung

Eilmeldung

"Dear Moussa" - CIA soll Terrorverdächtige zum Foltern nach Libyen geschickt haben

Sie lesen gerade:

"Dear Moussa" - CIA soll Terrorverdächtige zum Foltern nach Libyen geschickt haben

Schriftgrösse Aa Aa

Die westlichen Geheimdienste CIA und MI6 sollen eng mit Folterspezialisten Gaddafis kooperiert haben. Das geht aus Dokumenten hervor, die Menschenrechtler im verlassenen Büro des ehemaligen libyschen Aussenministers und Spionagechefs Moussa Koussa in Tripolis gefunden haben. “Dear Moussa” hätten viele Briefe begonnen, gezeichnet mit Vornamen von CIA-Führungskräften.

Danach habe der US-Geheimdienst CIA Terrorverdächtige zur Befragung nach Libyen geschickt, bekannt für seine Folterpraxis.

Peter Bouckaert, Kampfzonen-Spezialist von Human Rights Watch: “Nach den Unterlagen hat die CIA 8 oder 9 Personen übergeben und dabei ging es nicht nur darum, verdächtige militante Islamisten zu verschleppen und sie an den libyschen Geheimdienst zu überstellen. Die CIA-Leute schickten sogar die Fragen mit, die der libysche Geheimdienst stellen sollte. Nach Aktenlage ist klar, sie waren bei einigen der Verhöre selbst dabei.”

Nach Aktenlage sei auch Abdelhakim Belhadsch im Jahr 2004 zusammen mit seiner schwangeren Frau auf dem Flughafen von Bangkok von CIA-Agenten überwältigt und nach Tripolis verschleppt worden. Belhadsch, ehemaliges Mitglied der radikalen Kämpfenden Islamischen Vereinigung in Libyen (LIFG), ist der neue Militärkommandant von Tripolis.

Sigrid Ulrich mit Reuters, afp, AP,