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Chirac-Prozess ohne den Angeklagten

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Chirac-Prozess ohne den Angeklagten

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Der Prozess gegen Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac ist in Paris ohne den Angeklagten wieder aufgenommen worden. Das Gericht akzeptierte sein Fernbleiben für den ersten Tag, nachdem Chiracs Anwälte ein medizinisches Gutachten vorgelegt hatten. Dieses bescheinigt dem bald 79-Jährigen zu starke Gedächtnisprobleme und dadurch auch Schwierigkeiten bei der Einschätzung von Sachverhalten, um einen Prozess verfolgen zu können.

Chiracs Anwalt räumte ein, dass der Prozess ohne seinen Mandanten natürlich weniger interessant sei. Da Chirac aber wünsche, dass der Prozess vorankommt, beuge er als Anwalt sich der Entscheidung des Gerichts.

Der Richter wollte voraussichtlich bis spätestens zum Dienstag entscheiden, ob er ein weiteres medizinisches Gutachten anfordert oder ob er den Prozess ohne Chirac fortführt. Neun Mitangeklagte stehen ebenfalls vor Gericht, die Verhandlungen sind bis zum 23. September angesetzt.

Chirac wird vorgeworfen, in den neunziger Jahren als Bürgermeister von Paris Scheinjobs für Parteifreunde geschaffen und öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Als Präsident war er danach jahrelang strafrechtlich immun. Der Prozess hatte im Frühjahr begonnen, war aber wegen einer Verfassungsklage zu Verfahrensfragen wieder ausgesetzt worden.