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Putin und Schröder eröffnen Nord Stream - eine Männerfreundschaft gibt Gas

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Putin und Schröder eröffnen Nord Stream - eine Männerfreundschaft gibt Gas

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Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit strömt russisches Erdgas durch die Ostseepipeline Nord Stream direkt nach Deutschland. Für Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin endet damit das “Diktat der Transitländer”, wie er sagte.

Nord Stream ist auch ein Projekt von Gerhard Schröder. Mit Putin brachte er 2005 das Jahrhundertvorhaben auf den Weg, er als deutscher Bundeskanzler, Putin als Kremlchef.

Wochen später fing er beim mehrheitlich staatlichen russischen Energieriesen Gazprom an, was ihm den Spitznamen “Gas-Gerd” eintrug.

Er führte ab März 2006 den Vorsitz im Nord-Stream-Betreiber-Konsortium aus Gazprom, E.on und BASF. Heute ist Schröder Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG.

Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International fordert für so einen Wechsel eine Karenzzeit von drei Jahren.

Russland umgeht mit der Pipeline Transitländer wie Ukraine und Weißrussland. Zum Konzept gehört auch die Pipeline nach Italien, South Stream.

Damit müsse auch das einflussreiche Transitland Ukraine in der Realität ankommen, findet Gazprom-Chef Alexei Miller:

“Der Gaspreis für die Ukraine ist niedriger als der für Länder wie Polen, Ungarn, die Türkei und Rumänien. Und wir glauben, dass unsere ukrainischen Partner im Zug namens “billiges russisches Gas” sitzen und einfach nicht den den Absprung finden. Aber man kann auch zu weit gehen und dann in der Sackgasse enden.”

Der Vertrag über South Stream mit ENI, EDF und Wintershall sei unter Dach und Fach und werde in zehn Tagen unterschrieben.

Für die von der EU favorisierte alternative Nabucco-Leitung von der Türkei nach Österreich – sie soll möglicherweise in diesem Jahr beschlossen werden – hatte Putin nur Spott übrig: “Wo sind die Alternativen ? Alle nur auf dem Papier.”

Mit dpa, afp, RIA Novosti