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Brüssel will gemeinsame Energieverhandlungen mit Lieferländern

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Brüssel will gemeinsame Energieverhandlungen mit Lieferländern

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Mehr als 60 Prozent des in der Europäischen Union verbrauchten Gases und 80 Prozent Öl stammen aus Importen. Die Versorgungssicherheit ist für die EU somit eine vorrangige Frage, insbesondere nach der Gaskrise vor zwei Jahren. Über die Außenpolitik der EU in Energiefragen ging es bei einem Treffen in Brüssel. Nach dem Willen der Kommission sollen an die Stelle bilateraler Abkommen gemeinsame Verhandlungen mit den Lieferländern treten. Der Plan ist nicht unumstritten. Zum Thema Sicherheit sagte Energiekommissar Günther Oettinger gegenüber Euronews: “Die Europäische Union verfügt über immer größere Lagerkapazitäten für Gas und es gibt neue Pipelines für den Transport von Gas von einem Mitgliedsstaat zum anderen, wenn das Krisenfälle erfordern. Zweitens gibt es ein Frühwarnsystem und nicht zuletzt sind Kiew, Moskau und Brüssel ständig miteinander in Kontakt. Das alles wird eine Gaskrise verhindern, wie wir sie 2009 hatten.” Zu Beginn der Woche wurde die Nordstream-Pipeline eröffnet, die russisches Gas direkt nach Westeuropa bringen wird. Weil die Pipeline durch die Ostsee führt, werden mit Transitländern verbundene mögliche Probleme umgangen. Russland bleibe in nächster Zukunft der größte Gaslieferant für die EU, so Wladimir Tschizhow, Russlands EU-Botschafter in Brüssel. Sorge bereite allerdings, dass der EU eine einheitliche Energie-Außenpolitik fehle, das sähe auch die EU-Kommission so. Nach dem Willen der Kommission soll sich das aber ändern. So gibt es bereits ein Abkommen mit Aserbaidschan und Turkmenistan über eine Gas-Pipeline, das unter der Schirmherrschaft der EU ausgehandelt wurde.