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Einstige Danziger Lenin-Werft baut heute Luxusyachten

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Einstige Danziger Lenin-Werft baut heute Luxusyachten

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Seit Jahrzehnten ist die Danziger Werft ein Symbol für die Gewerkschaft Solidarnosc und für den Sieg der freien Marktwirtschaft. Doch die Zeitenwende brachte auch einen wirtschaftlichen Existenzkampf mit sich, den die Werft nicht überlebte.

Nach dem Ende des traditionellen Schiffbaus in den 90er Jahren mußte Neues ausprobiert werden. Seit elf Jahren werden hier Luxusyachten gebaut. Zwei Franzosen gründeten die Firma, die trotz Krise heute floriert.

Polens Ex-Präsident Lech Walesa, der auf der Danziger Werft seine öffentliche Karriere begann, war im vergangenen Jahr Gast auf der neuen Yachtenwerft. Dabei sei er sehr angetan gewesen, versichert der Geschäftsführer. Wie die frühreren Werftenarbeiter, die hier europäische Geschichte geschrieben haben, habe sich Walesa gefreut, daß hier wieder Schiffe gebaut werden. Keine Tanker mehr wie damals, aber immerhin.

Die Yachtenbauer haben ihr Gelände von einem ukrainischen Stahlkonzern gepachtet, dem der Werftenkomplex heute gehört. Zu tun hat das Unternehmen genug. Die Boote kosten zwar eine Million Euro und mehr, doch Nachfrage gibt es reichlich – trotz Krise.