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Misratas Krankenhäuser: Der Krieg geht weiter

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Misratas Krankenhäuser: Der Krieg geht weiter

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Libyen hat im Arabischen Frühling bisher die härtesten Opfer gebracht. Bei gut sechs Millionen Einwohnern seien in den vergangenen sechs Monaten insgesamt mindestens 50 000 Kämpfer und Zivilisten umgekommen, schätzt der Rebellenkommandeur Hischam Abu Hadscher.

Dazu kommt eine unübersehbare Zahl von Verletzten.

Dr. Mohammad Sharef, leitender Krankenhausarzt in Misrata:

“Hier wurden während des Krieges etwa 8-10 000 Menschen verletzt, bei den Toten komme ich auf rund 1 000. Eigentlich ist dieses Krankenhaus keine Notfallklinik, sondern ist eine Poliklinik. Wir haben versucht, eine Notaufnahme für unsere Patienten einzurichten.”

Er arbeitet mit Krankenschwestern wie dieser. Eigentlich studiert sie an einer technischen Universität und hilft freiwillig aus.

Krankenschwester Asmaa al Selabi:

“Wir haben Verletzte von drei Fronten: Dafniyya, Karrarim und Abdel Raouf. Wer auch immer hier ankam, wir haben ihn medizinisch behandelt. Während der Kämpfe kamen Verletzte sogar aus Tripolis und Tawerghaa und südlichen Gebieten.”

Im Frühjahr war Misrata wochenlang von Gaddafi-Truppen belagert worden. Einige hundert Schwerverletzte wurden per Schiff in die Türkei gebracht.

Mustafa Bağ, euronews:

“In Misrata ist der Krieg vorbei, aber seine Wirkung hält an. Tausende Menschen, die während der Kämpfe verletzt wurden, kommen in die Krankenhäuser. Die Krankenhäuser in Misrata kommen kaum nach, die Ärzte arbeiten rund um die Uhr.”