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Tschernobylstrahlenwolke: Verfahren eingestellt


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Tschernobylstrahlenwolke: Verfahren eingestellt

Die französische Justiz hat das Verfahren wegen der radioaktiven Verseuchung nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl eingestellt. Das entschied am Mittwoch das Pariser Appellationsgericht, vor dem sich der Direktor der Strahlenschutzbehörde wegen “Unterlassung und Irreführung” verantworten musste.

Die Vertreter der Kläger sind enttäuscht: “Viele werden der Ansicht sein, hier wird ein Fall durch die Hintertür entsorgt. Sie haben nicht unbedingt unrecht. Dass die Menschen kein Rechtsmittel mehr haben, ist frustrierend”, meinte der Anwalt der Kläger Bernard Fau. “In zehn Jahren ist es den Ermittlern, 25 Jahre nach dem Ereignis, nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen der radioaktiven Wolke und Erkrankungen nachzuweisen”, betonte hingegen die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Solene Dubois.

Die Kläger hatten die französische Regierung beschuldigt, die Verseuchung durch die radioaktive Wolke, die nach dem Unglück von Tschernobyl über Westeuropa gezogen ist verharmlost zu haben. Damals hatten die französische Behörden erklärt, es sei in Frankreich im Gegensatz zu den Nachbarländern keine erhöhte Radioaktivität festzustellen gewesen. Tatsächlich hatte aber die Strahlenwolken den Südosten Frankreichs ebenfalls überquert und radioaktiv kontaminiert.

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