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EZB zunehmend pessimistisch - Leitzinsen weiter bei 1,5 Prozent

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EZB zunehmend pessimistisch - Leitzinsen weiter bei 1,5 Prozent

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Die Europäische Zentralbank hat auf die Konjunktureintrübung reagiert und den jüngsten Zinserhöhungszyklus gestoppt. Nach zwei Zinsanhebungen ließ die EZB nun den wichtigsten Zinssatz für die Versorgung mit Zentralbankgeld unverändert bei 1,5 Prozent.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisiserte vor der Presse in Frankfurt, daß es bis auf weiteres bei diesem Zinsniveau in der Eurozone bleiben werde.

Trichet gab zudem eine pessimistische Prognose zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab und verwies auf die jüngsten Kursverluste an den Börsen, auf ein eingetrübtes Geschäftsklima und auf die anhaltenden Spannungen auf einigen Anleihemärkten in der Eurozone. Damit deutete er auf die gestiegenen Zinssätze hin, die Länder wie Spanien und Italien für frisches Kapital zahlen müssen.

Damit bewies die EZB erneut, daß sie ihre Zinsstrategie sehr schnell ändern kann. In der Finanzkrise 2008 brachten die Frankfurter Währunsghüter die Leitzinsen von 4,25 Prozent auf ein Prozent herunter. Ab April 2011 wurden dann die Zinssätze wieder schrittweise auf 1,5 Prozent angehoben – aus Sorge vor einer anziehenden Inflation.

Kritiker werfen Trichet indes vor, damit den Konjunkturmotor überhaupt erst ins Stottern gebracht zu haben. Zumindest die zweite Zinserhöhung sei ein Fehler gewesen. Die sei nun nur aus Angst vor Gesichtsverlust nicht zurückgenommen worden.