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Ground Zero - Gedenken, zehn Jahre danach

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Ground Zero - Gedenken, zehn Jahre danach

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Die Welt kennt diesen Ort als “Ground zero”.

Aus den Twin Towers des World Trade Center wurde am 11. September 2001 eine Trümmerwüste.

Fast 3000 Menschen starben hier. Noch heute werden beim Bau Leichenteile gefunden.

Gleich nach dem Terroranschlag wollten viele einen neuen Turm bauen, einen größere noch, um zu zeigen: Wir lassen uns von Terroristen nicht unterkriegen! Andere wollten bescheidener einen Gedenkpark. Aber dies ist wohl das teuerste Bauland der Welt. Also fand man einen Kompromiß.

Für die neue Bebauung bedurfte es zweier Ausschreibungen nebst pragmatischer Überarbeitung.

Der von Seiten der Stadt zuständige, Chris Ward von der Hafenbehörde, betont, man setze Prioritäten. Und die besagen, zum 10. Jahrestag soll der Gedenkplatz fertig sein. Der werde offen sein, ohne Zaun, damit man sich hier versammeln könne. “Gespiegelte Abwesenheit”, nennt der Architekt sein Gedenkprojekt. Es besteht aus zwei quadratischen Becken, jedes 60 Meter breit und knapp zehn Meter tief. An den Wänden fällt Wasser in die

gewaltige Grube, deren Ränder in Bronze die Namen von 2.983 Opfern tragen.

Archiket Craig Dykers zeigt auf die Fußabdrücke von Menschen, die im World Trade Center verbrannten.

Das ist die Schlüsselkomponente des Denkmals.

Zwischen den beiden Wasserbecken steht das Museum, in dem bewahrt wird, was von den Opfern übrig blieb. Tickets , eine Puppe – und ein total mit Betonstaub überzogenes Paar Schuhe. Die Museumskuratorin Jane Ramirez kennt deren Geschichte: “Einer der Mieter verdankt sein Leben wohl der Tatsache, dass er zufällig gerade den Turm verlassen hatte in Richtung Vesey street. Er war eben einen Block weit weg, als er hinter sich die Schreie hörte ´rennt, rennt´ – er blickte sich um, und sah wie sein Turm, der Nordturm, einstürzte.”

Der neue Turm, der rasant in die Höhe wächst,steht für den Kompromiß. Nicht ganz so elegant wie im ersten Entwurf – dafür sicherer. Zusammen mit vier weiteren Wolkenkratzern sollen 1,3 Millionen Quadratmeter Bürofläche entstehen. Wie die bewirtschaftet werden, ist noch unklar, denn die alten Mieter sind nach den Anschlägen weggezogen Richtung Midtown. Von den Bauarbeitern hört man, die Trauer werde nie vergehen, aber Optimismus und Mut seien zurückgekehrt.