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Mercury Preis für PJ Harvey

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Mercury Preis für PJ Harvey

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Die britische Musikerin PJ Harvey hat in London den Mercury Preis 2011 für das Beste Album erhalten.

Die Jury ehrte die 41jährige damit für ihre Veröffentlichung “Let England Shake”. PJ Harvey konnte sich damit gegen die großen Namen der Konkurrenz, Adele, Elbow, Katy B und Tinie Tempah durchsetzen.Die Auszeichnung ist für Harvey nach 2001 bereits der zweite Mercury Preis in dieser Kategorie. Damals gewann ihr Album “Stories from the City, Stories from the Sea”.

“Als ich das letzte Mal den Preis im Jahr 2001, am elften September, bekam, saß ich in einem Hotelzimmer in Washington D.C. und sah durch mein Fenster das Pentagon brennen”, erinnert sich Harvey. “Deshalb ist es schön heute hier zu sein. So viel ist seither geschehen. Dieses Album zu schreiben hat mich viel gekostet, und doch war es sehr wichtig für mich. Ich wollte etwas Bedeutsames schaffen, für mich und andere Menschen.”

Harveys Inspiration für ihr Album speiste sich aus ihrer Beschäftigung mit den jüngsten Kriegen in Afghanistan und im Irak. Sie fragte sich: Wie gehen die Briten mit diesem Thema um? Das Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit dieser Frage ist auf “Let England Shake” zu hören. Die oft schonungslosen Texte über wie Vieh sterbende Soldaten schockieren durch ihren Kontrast zur Schönheit der Musik.

“Ich probiere aus und versetzte mich in die unterschiedlichsten menschlichen Perspektiven. Ich bin kein Politiker und kenne mich mit deren Sprache nicht aus. Meine Sprache ist die Emotion”, sagt die Sängerin. “Was mich besonders schockiert hat, waren die Berichte von Soldaten und Zivilisten. Kriegsbeschreibungen von heute gleichen denen von vor Jahrhunderten. Das Vokabular ist oft identisch. Diese Quellen sind in meine Songtexte eingeflossen. Beschreiben was sie sahen – das gefiel mir.”

PJ Harvey hat das Album in ihrer Geburtsstadt Dorset aufgenommen, in einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Mit dabei waren musikalische Weggefährten wie Mick Harvey und John Parish. Gemeinsam erforschten sie, was es wohl bedeutet in Zeiten des Krieges britisch zu sein.