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Michael Fassbender x 2

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Michael Fassbender x 2

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Der Schauspieler Michael Fassbender ist auf dem Filmfestival von Venedig gut beschäftigt: Autogramme verteilen, Interviews geben… Der Deutsch-Ire ist am Lido gleich mit zwei Filmen vertreten, beide laufen im offiziellen Wettbewerb – und beide beschäftigen sich mit der Lust am menschlichen Körper.

“Shame” ist Fassbenders zweite Zusammenarbeit mit dem britischen Regisseur Steve McQueen. Im Mittelpunkt steht der New Yorker Mittdreißiger Brandon, ein Sexsüchtiger.

“Die Sucht nach Sex ist von den Behörten nicht als Krankheit anerkannt”, erklärt Fassbender. “Obwohl nach eigenen Angaben 24 Millionen Menschen allein in Amerika daran leiden. Dabei geht es nicht ausschließlich um den körperlichen Akt sondern auch um die grundsätzliche Einstellung im zwischenmenschlichen Umgang.”

Bei den Dreharbeiten zu David Cronenbergs “A Dangerous Method” bekam Fassbender einen Oberlippenbart verpasst. Der Film spielt Anfang des 20. Jahrhunderts und dreht sich um die Rolle, die die Russin Sabina Spielrein bei der Geburt der Psychoanalyse spielte. Keira Knightley leiht der Frau zwischen Sigmund Freud und Carl Jung ihr Gesicht. Viggo Mortensen und eben Michael Fassbender sind in den Rollen der beiden Wissenschaftler zu sehen.

Die hoch intelligente, aber psychisch angeschlagene Sabina Spielrein ist ein historischer Charakter. Sie war Patientin Freuds, zunächst aber bei Carl Jung in Behandlung. Verführt durch den durchtriebenen Otto Gross, begibt sich Jung im Film auf einen gefährlichen Pfad sexueller Befreiung und Obsession.

Für Fassbender war die Annäherung an die historische Figur Carl Jung vor allem Kopfarbeit: “Ich besorgte mir Filmmaterial von Jung in seinen späteren Jahren, im Internet. Ich habe viel gelesen und habe mich dann am Skript orientiert. So habe ich den Großteil meiner Arbeit erledigt.”

“A Dangerous Method” kommt in Deutschland am 10. November in die Kinos. Der Film “Shame” im nächsten Frühjahr.