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Muammar Gaddafi: Die Suche im Wüstensand

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Muammar Gaddafi: Die Suche im Wüstensand

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Wo versteckt sich Muammar Gaddafi? Diese Frage würden seine Gegner, die siegreichen libyschen Aufständischen, allmählich endlich einmal beantworten können. Schon mehrere Male waren sie sicher, seinen Aufenthaltsort zu kennen – bisher lagen sie falsch. Aber erneut sind sie zuversichtlich:

“Wir verfolgen seine Bewegungen”, sagt Anis Scharif, ein Sprecher des Miltärrats in Tripolis. “Er ist unterwegs in einer kleinen Fahrzeugkolonne und will jede Aufmerksamkeit der NATO oder der Rebellen vermeiden. Wir haben eine Fläche von sechzig Quadratkilometern ausgemacht, innerhalb derer er sich bewegt.”

Erneut hat sich der gestürzte Machthaber zu Wort gemeldet. Inhaltlich hatte er auf Arrai TV nichts Neues mitzuteilen, aber dass er nach wie vor bei einem Fernsehsender in Syrien anrufen (laut Arrai TV) und sich dort äußern kann, wird den Rebellen nicht recht sein.

Nach Angaben der Notenbank hat Gaddafi zuletzt noch ein Fünftel der libyschen Goldreserven verkauft, um laufende Kosten zu decken. Es gehe um 29 Tonnen, weit über eine Milliarde Euro wert, aber wohl unter Wert verkauft.

Trotzdem hat die Zentralbank riesige Guthaben von mehr als achtzig Milliarden Euro, das meiste davon im Ausland; gestohlen worden ist nichts. Große Summen tauchen aber gar nicht in den Büchern auf.

“Das alte Regime hat natürlich nicht sein ganzes Geld offiziell angegeben”, sagt Notenbankchef Kassim Assus. “Das lief außerhalb des Bankwesens.”

Wieviel Geld genau Gaddafi, seine Familie und seine Mitstreiter an den Kassen vorbeigeschleust haben könnten – darüber kann aber auch die Notenbank bisher nichts sagen.