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Afghanen gedenken ihres Helden Massud

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Afghanen gedenken ihres Helden Massud

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Die Afghanen gedenken heute ihres Nationalhelden Ahmad Schah Massud. Der Mujaheddin-Kommandeur war am 9. September 2001 von zwei Attentätern ermordet worden. Die beiden Taliban hatten sich als algerisches Fernsehteam Zutritt verschafft, die Bombe in der Kamera verborgen.

Dem “Löwe von Panjshir”, so sein Ehrenname aus der Zeit des Kampfes gegen die Sowjetarmee, trachteten damals mehr als 20 Attentäter nach dem Leben. Massud hatte sich stets gegen Extremisten jeglicher Couleur gewandt und die Taliban von Anfang an bekämpft.

Massuds Bruder findet bittere Worte für die damalige USA-Regierung, die, wie er sagt, so naiv war, nicht auf die Informationen von Massud zu hören, der die Gefahr erkannt hatte, die von den von Pakistan aus einsickernden Taliban ausging.

Walid Massud wörtlich:” Tausende Menschen starben, weil sie nicht auf den Mann vor Ort hörten.”

Massud blieb am Ende der einzige unter den regionalen Kommandeuren, der sein Territorium erfolgreich gegen die Taliban verteidigen konnte.

Deren wiederholte Angebote, unter ihrer Oberhoheit Ministerpräsident zu werden, lehnte er stets ab. Stattdessen sammelte er andere regionale Kräfte in seiner Vereinten Front. Seine Überzeugung war, nur ein demokratischer Staat kann den Afghanen dauerhaft Frieden bringen. Der gläubige Sunnit lehnte alle extremistischen Interpretationen des Islam. Nach seiner Ermordung war er für den Friedensnobelpreis 2002 nominiert worden.