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Chinesische Ärztin wegen "Unruhestiftung" verurteilt

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Chinesische Ärztin wegen "Unruhestiftung" verurteilt

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Die chinesische Bürgerrechtlerin Wang Lihong ist zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht in Peking warf der 55-Jährigen Unruhestiftung vor.

Die frühere Geschäftsfrau und Aktivistin seit der Bürgerrechtsbewegung des Tian’anmen-Platzes vor gut 20 Jahren, hatte im April 2010 vor einem Gericht in Fuzhou in Südostchina, protestiert, als drei Internetaktivisten zu einem bis zwei Jahren Haft verurteilt worden waren.

Ihr Prozess hatte international heftige Kritik ausgelöst. Vor dem Gerichtsgebäude fing ein Großaufgebot von Polizei in Uniform und Zivil entsandte Diplomaten und Parlamentarier ab, unter anderem aus der EU, Deutschland sowie Großbritannien, Österreich, Tschechien, Schweden, Norwegen, die USA, Kanada und Australien.

Qi Jiangxiang, Sohn von Wang Lihong:

“Sie sagte: ‘Ich glaube, Sie wissen alle, dass ich unschuldig bin’, und der Richter sagte: ‘Nun, wir haben da eine andere Auffassung.”

Da Wang Lihong bis zu fünf Jahre Haft drohten, wirkt das Urteil auf einige Beobachter eher milde.

Die Bürgerrechtlerin war im Frühjahr verhaftet worden. Die Staatssicherheit ging gegen “Jasmin-Proteste” vor, die nach arabischem Vorbild soziale Ungleichheit und das Verhalten der Justiz kritisierten.

mit AP, dpa, rfi