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Israels Botschafter flieht aus Kairo

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Israels Botschafter flieht aus Kairo

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Der Botschafter, Dutzende Diplomaten und Bürger Israels sind in Kairo in einer Geheimaktion zum Flughafen gebracht und mit israelischen Militärmaschinen nach Tel Aviv ausgeflogen worden. Zuvor hatte ein wütender Mob nach einer Demonstration das Botschaftsgebäude attackiert. Sicherheitskräfte griffen nach Augenzeugenberichten erst nach mehreren Stunden ein.

Bei den Unruhen starben nach Informationen aus dem Gesundheitsministerium drei Menschen, mindestens 480 Menschen wurden verletzt. Die ausgeflogenen gut 80 Israelis seien unversehrt, so ein Regierungsvertreter in Tel Aviv. Ein reduzierter Mitarbeiterstab der Botschaft sei weiter in Kairo präsent. Die Botschaft Israels in der ägyptischen Hauptstadt ist im 20. und 21. Stock eines Hochhauses untergebracht.

Hintergrund des Streits ist der Tod von fünf ägyptischen Grenzsoldaten, die im August von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden waren.

Nach der Attacke aus Wut über den Tod von fünf ägyptischen Grenzpolizisten kursierten in Kairo Gerüchte über einen möglichen Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Essam Scharaf. Der Chef der Übergangsregierung hat sein Kabinett nach dem Sicherheitsdebakel zu einer Krisensitzung einberufen.

Internationale Diplomaten bis hin zu US-Präsident Barack Obama protestierten scharf.

Vor drei Wochen hatten israelische Sicherheitskräfte fünf ägyptische Grenzschützer bei der Verfolgung mutmaßlicher palästinensischer Terroristen erschossen.

Sigrid Ulrich mit ansa, dpa, Reuters, AP