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Jetzt streiken die Tavernen - wer will mit Papandreou tauschen ?

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Jetzt streiken die Tavernen - wer will mit Papandreou tauschen ?

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Wer streikt hier eigentlich gegen wen? In griechischen Restaurants bleiben die Gäste weg – Souvlaki und Tsatsiki sind teuer geworden, weil die Mehrwertsteuer zur Staatssanierung fast verdoppelt wurde. Jetzt wollen die Kneipenbesitzer aus Protest den 10-%-Zuschlag nicht zahlen, viele lassen die Küche kalt. Dann kassiert der Staat erst einmal gar nichts mehr – weder bei den Einen noch bei den Anderen.

Ilias Akritidis, ein Kneipenbesitzer in Thessaloniki:

“Die Krise hat uns unglaublich getroffen. Die Leute lassen fast die Hälfte weniger Geld bei uns. Im Sommer ging es noch weiter nach unten.”

Auch tausende Taxifahrer und Studenten protestieren gegen die – mittlerweile dritte Welle – von Sparmaßnahmen, das Krankenhauspersonal bremst sich schon auf einen Streik ein. Und das im zweiten Jahr einer saftigen Rezession – was soll Ministerpräsident Giorgos Papandreou da den Kontrolleuren von EU, IWF und EZB noch sagen – und ohne deren Rettungsgeld droht

Mitte Oktober schon wieder die Pleite.

Elissavet, Rentnerin:

“Wir protestieren, damit die Regierung die jüngsten Spar-Maßnahmen zurückzieht, die Gesundheit und Bildung treffen. Wir sind auch gegen die Steuern, die sie Rentnern auferlegen. Wir können jetzt schon nicht mehr.”

Die Griechen bräuchten jetzt dringend eine neue Mentalität, meint ein Brüsseler EU-Beamter aus Griechenland und – Zeit: „Wir haben unser Land über viele Jahre zerstört, jetzt können wir es nicht innerhalb eines Jahres wiederaufbauen.“

Sigrid Ulrich mit afp, AP, ft.com