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Bani Walid: Zögern vor dem letzten Showdown

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Bani Walid: Zögern vor dem letzten Showdown

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Im Nordwesten Libyens haben Aufständische ihren Belagerungsring um die Gaddafi-Bastion Bani Walid enger gezogen. Nach verlustreichen Expeditionen von Vorauskommandos warten hunderte Aufständische im Umland auf einen Angriffsbefehl.

Man setze auch auf die Initiative der Bürger im Inneren der Stadt, sagte ein Rebellenmilizionär nach Medienberichten. Angeblich wurde noch vor wenigen Tagen Saif al-Islam Gaddafi dort gesichtet, der Sohn von Muammar Gaddafi.

In Bani Walid leben größtenteils Angehörige des Warfalla-Stamms.

In Tripolis warnte Mustafa Abdul Dschalil vor voreiligem Überschwang. Der Chef des libyschen Übergangsrates war am Samstagabend zum erstenmal seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes in die Hauptstadt gekommen.

Mustafa Abdul Dschalil:

“Wir sind noch nicht befreit. Gaddafi hat immer noch Geld und Gold. Damit kann er neue Söldner kaufen. Wir müssen uns klar machen, Gaddafi ist noch nicht erledigt.”

Dschalil, ein früherer Justizminister Gaddafis und bisher in Bengasi, wurde auf dem
Flughafen in Tripolis von Hunderten Anhängern begrüßt. Der Übergangsrat will von Ende kommender Woche an von Tripolis aus regieren.

Der ehemalige Machthaber war vor zweieinhalb Wochen durch den bewaffneten Aufstand aus Tripolis vertrieben worden und ist seither spurlos verschwunden.

Sigrid Ulrich mit ansa, Reuters, dpa