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Filmfestival in Venedig ehrt "Faust", Fassbender,"Terraferma"

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Filmfestival in Venedig ehrt "Faust", Fassbender,"Terraferma"

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Goethes “Faust” – vielleicht muss man einfach nicht von deutschen Bildungsbürgern mit der Lektüre traktiert worden sein, um ihn spannend zu finden. Der russische Regisseur Alexander Sokurow hat für seine – deutschsprachige – Verfilmung den Goldenen Löwen des 68. Filmfestivals in Venedig für den besten Film bekommen.

Die Geschichte: Ein moderner Intellektueller sucht im 19. Jahrhundert nach Erkenntnis, auf Teufel komm raus. Gretchen stellt ihre Frage nach der Religion und endet kriminell und verlassen.

Sokurow interpretiert den Klassiker frei und etwas grünlich – als Parabel auf den derzeitigen Gemütszustand Europas. Aber auch Goethe hatte schon seine “Schwarze Seite”.

Auch der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender sucht als New Yorker Geschäftsmann Brandon im Film “Shame” etwas – ihn ehrte die Jury als besten Schauspieler.

Er besitze alle westlichen Freiheiten, so Regisseur und Drehbuchautor Steve McQueen, schaffe sich aber sein eigenes Gefängnis – er ist sexsüchtig.

In “Terraferma” (Festland) , belohnt mit dem Spezialpreis der Jury, erzählt Emanuele Crialese nichts von Profilen, nichts von Neurosen. Hier geht es ums Überleben afrikanischer Bootsflüchtlinge auf einer italienischen Mittelmeerinsel.

Sigrid Ulrich mit Reuters, afp, dpa, allocine