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SPIEGEL: Schäuble hat Griechenland-Pleite bereits auf dem Schirm

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SPIEGEL: Schäuble hat Griechenland-Pleite bereits auf dem Schirm

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In Athen brodelt es gewaltig. Die Wirtschaft bricht weg und der Bevolkerung graut vor den Strukturveränderungen, die man von ihr verlangt.

Und im Norden Europas braut sich neues Unheil zusammen: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vergleicht das, was dem Land bevorsteht, mit dem Aufbau Ostdeutschlands nach dem Mauerfall.

Kein Drandenken, so Griechenlands Regerungschef Georgios Papandreou:

“Wir haben beschlossen, zu kämpfen, um eine Katastrophe abzuwenden, eine katastrophale Pleite für das Land und seine Menschen. Im Euro zu bleiben, das bedeutet schwierige Entscheidungen, schwierige Opfer.”

Merkels Finanzminister Wolfgang Schäuble lässt andererseits bereits die Folgen einer Griechenland-Pleite durchrechnen, weiß der SPIEGEL zu berichten.

Danach gibt es grundsätzlich zwei Varianten einer Griechenland-Pleite. In der ersten bleibt das Land in der Währungsunion, in der anderen gibt es den Euro als Zahlungsmittel auf und führt die Drachme wieder ein.

Für Analysten ein Horrorszenario:

Nikos Christodoulou:

“Unternehmen, die Rohstoffe in Euro, Dollar oder anderen Währungen bezahlen müssen, bekämen mit einer schwächelnden Drachme gravierende Kosten-Probleme. Ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone könnte deshalb in der aktuellen Lage zum Alptraum werden.”

Kein Wunder, dass viele Griechen nicht mehr wissen, wo es langgeht.

Laut einer Umfrage haben 87 Prozent Angst um ihre Zukunft. 82 Prozent sind der Ansicht, das Land bewege sich in die falsche Richtung.

Sigrid Ulrich mit dpa, BBC News, Reuters, Tagesspiegel, SPIEGEL