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Historischer Frankreich-Besuch von Ruandas Staatspräsident

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Historischer Frankreich-Besuch von Ruandas Staatspräsident

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Der Präsident Ruandas, Paul Kagame, hat nach jahrelangen Spannungen mit Frankreich nun doch seinem Amtskollegen Nicolas Sarkozy einen Besuch abgestattet. Beide Länder hatten erst vergangenes Jahr ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen, nachdem sie sich zuvor

gegenseitig Mitverantwortung am Völkermord in Ruanda vorgeworfen hatten.

Kagame sagte, er blicke lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit. Sein Besuch habe zum Ziel, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

In Paris demonstrierten Dutzende Menschen gegen den Besuch Kagames. “Kagame ist ein Mörder,” riefen sie. Gerard Karangwa ist aus Ruanda, lebt jetzt in den Niederlanden und ist nach Paris gereist, um zu zeigen, dass er gegen den Besuch Kagames ist. Er sagt: “Es ist allgemein bekannt, dass Kagame einer der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts ist. Er hat Abertausende auf dem Gewissen. Er kannte keine Gnade und verschonte niemanden auf seinem Weg zur Macht. Wir sind sehr überrascht, dass so jemand hier in Frankreich empfangen wird.”

Kagame wurde verdächtigt, am Anschlag gegen den früheren ruandischen Präsidenten beteiligt gewesen zu sein, – ein Anschlag, der zum Auslöser des Völkermords 1994 wurde. Bei dem Genozid in Ruanda wurden 800.000 Menschen getötet.