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Italien liebäugelt mit chinesischem Geld

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Italien liebäugelt mit chinesischem Geld

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Jetzt soll China helfen: Der Wirtschaftsriese aus Fernost könnte mit seinem Geld dem hochverschuldeten Italien unter die Arme greifen. Laut Medienberichten verhandeln die Südeuropäer seit Wochen mit Vertretern chinesischer Staatsfonds über den Kauf italienischer Anleihen und eine Beteiligung an führenden Unternehmen des Landes. Italiens Finanzminister Giulio Tremonti habe sich mit dem Chef eines der weltweit größten Fonds, der China Investment Corporation getroffen, heißt es.

Zum Abbau seines 1,9 Billionen Euro schweren Schuldenpakets hat Italien offenbar ein Auge auf die enormen Devisenreserven Chinas geworfen, die sich auf umgerechnet rund 2,3 Billionen Euro belaufen.

Robert Halver von der Baader Bank meint: “China ist bereit, italienische Anleihen zu kaufen. Das ist eine klare Botschaft an Brüssel und Berlin, denn die Chinesen haben damit klargemacht, dass Italien für sie sozusagen immer noch zur Eurozone gehört. Griechische Anleihen kaufen sie ja nicht, für sie gilt Griechenland sozusagen in Tausend Jahren nicht als richtiges Euroland.”

Bislang ging es laut Presseberichten bei den Verhandlungen mit China allerdings nicht um Anleihen, sondern um Firmenbeteiligungen. Aus Peking gab es dafür bislang allerdings keinerlei Bestätigung. Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, sagte nur allgemein, dass China die europäischen Bemühungen in der Schuldenkrise unterstütze und Vertrauen in die Stabilität Europas und des Euros habe.

Auch US-Präsident Barack Obama hat an die Regierungen der Euroländer appelliert, stärker gegen die Krise anzukämpfen. Die Währungsunion müsse durch eine abgestimmte Haushaltspolitik zu ergänzt werden, sagte er der dpa. Solange die Eurokrise nicht gelöst sei, bleibe die Weltwirtschaft schwach.