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Libyen: Menschenrechtler kritisieren beide Seiten

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Libyen: Menschenrechtler kritisieren beide Seiten

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Im libyschen Konflikt richten Menschenrechtler Vorwürfe gegen beide Parteien. Ein Bericht von Amnesty International stellt fest, dass auf beiden Seiten Kriegsverbrechen begangen wurden. Von den neuen Machthabern verlangt die Menschenrechtsgruppe größere Anstrengungen zur Aufklärung.

Natürlich habe der Übergangsrat viele große Sorgen,

sagt Claudio Cordone, der zuständige Amnesty-Vertreter, außerdem: Aber er müsse sich auch mehr um die Lage in den Gefangenenlagern kümmern. Jeden Tag würden Menschen dorthin gebracht und geschlagen; das sei sogar passiert, als Amnesty dabei war. Es gebe kein Rechtswesen; nötig sei eine

zentrale Behörde, die sich um alle Gefangenenlager kümmere.

Amnesty sieht in Libyen nach dem Sturz von Muammar Gaddafi ein Machtvakuum, das auch zur Rache benutzt werde. Die Aufständischen verteidigen sich gegen die Vorwürfe. Dass solche Verbrechen passiert sind, bestreiten aber auch sie nicht.

Das seien keine Kriegsverbrechen, sagt der amtierende Justizminister Mohammed Alagi. Die Täter seien keine Soldaten, sondern ganz normale Leute. Es seien sicher Fehler passiert, aber das könne man nicht als Kriegsverbrechen bezeichnen.

Die Menschenrechtler verlangen, dass die Verbrechen unter der mehr als vierzigjährigen Gaddafi-Herrschaft aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft werden. Sie wollen aber auch, dass für Verbrecher auf beiden Seiten die gleichen Maßstäbe gelten. Die Aufständischen hätten nichts veranlasst, sagt Amnesty, um Verbrecher in den eigenen Reihen zur Verantwortung

zu ziehen.