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Ermittlung in Pariser Afrika-Affäre

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Ermittlung in Pariser Afrika-Affäre

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Die französische Justiz hat nach Berichten des Pariser Anwalts Robert Bourgi über angebliche illegale Wahlkampfspenden für den früheren Präsidenten Jacques Chirac Vorermittlungen eingeleitet.

Bourgi behauptet, Chirac und den früheren Premier Dominique de Villepin sowie Jean-Marie Le Pen jahrelang mit Millionen-Spenden afrikanischer Machthaber versorgt zu haben.

Nach Angaben von Bourgi soll das Geld von aktuellen und ehemaligen Staatschefs von Senegal, Burkina Faso, der Elfenbeinküste, Kongo-Brazzaville und Gabun gekommen sein.

Bourgi, der als Berater Präsident Nicholas Sarkozys arbeitet, bringt die Vorwürfe gegen Chirac und Villepin zum Auftakt der Präsidentschaftswahlen 2012 vor. Beide Politiker werden eventuell gegen Sarkozy kandidieren. Politische Beobachter vermuten daher eine Kampagne gegen die politische Konkurrenz hinter den Vorwürfen.

Alle drei Betroffenen haben Anzeigen wegen Verleumdung gegen Bourgi angekündigt.

Bei den Ermittlungen wird es auch um die Frage gehen, ob ein Verfahren überhaupt noch Erfolgsaussichten hat. Verstöße gegen das französische Gesetz zur Politikfinanzierung verjähren in der Regel nach drei Jahren. Die Vorwürfe von Bourgi beziehen sich auf die Jahre zwischen 1997 und 2005.

Es soll geklärt werden, ob die Berichte Bourgis ein offizielles Verfahren rechtfertigten, hieß es von der Pariser Staatsanwaltschaft.