Eilmeldung

Eilmeldung

"Too big to fail": Italien ist letzte Euro-Verteidigungslinie

Sie lesen gerade:

"Too big to fail": Italien ist letzte Euro-Verteidigungslinie

Schriftgrösse Aa Aa

Für die Verantwortlichen der Eurozone ist Italien die letzte Verteidigungslinie. Wird das G7-Mitglied zum Opfer der Schuldenkrise, ist wohl nicht nur eine Schlacht verloren, sondern wohl auch der politsche Kampf zum Erhalt der Währungsunion wie wir sie kennen. Mit anderen Worten: Italien ist “too big to fail”, deshalb muß Rom unter allen Umständen gehalten werden.

Die heillos zerstrittene Regierung hat das Problem lange geleugnet und den Sparhaushalt immer wieder geändert und neu zugeschnitten. Die Glaubwürdigkeit Roms wurde dadurch erheblich beschädigt.

Im einzelnen sieht der jetzt beschlossene Sparhaushalt zusätzliche Steuereinnahmen, die Streichung von Subventionen, Ausgabenkürzungen, eine höhere Umsatzsteuer sowie ein härteres Vorgehen gegen Steuerflüchtlinge vor.

Die auch in Frankreich vorgeschlagene

“Reichensteuer” wurde auf Druck von Regierungschef Berlusconi deutlich abgemildert. Sie betrifft nun nur noch Einkommen ab 300.000 Euro pro Jahr und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, gestaffelt auf Einkommen zwischen 90.000 und 150.000 Euro.

Außerdem wird die Kapitalertragssteuer von 12,5 auf 20 Prozent praktische verdoppelt. Sie gilt aber nicht für Gewinne auf Anleihen.

Regierung und Parlament kommen mit dem Sparhaushalt einer dringenden Forderung der Europäischen Zentralbank nach, die Staatsfinanzen dauerhaft zu sanieren. Bislang verhinderten nur die Ankäufe italienischer Bonds durch die EZB, daß die Kreditkosten Roms explodierten.

Die Märkte haben indes Zweifel, ob das Land trotz Sparhaushalt von seinem 1900 Milliarden Euro Schuldenberg herunterkommen kann.