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"Sechse auf einen Streich" - linke Bewerber zur Präsidentenwahl

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"Sechse auf einen Streich" - linke Bewerber zur Präsidentenwahl

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Wer wird Nicolas Sarkozy bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 herausfordern?

Nachdem Dominique Strauss-Kahn durch den Skandal in New York als vielversprechender Kandidat ausgefallen ist, haben sich Frankreichs Linke eine völlig neue Art von Kandidatenkür ausgedacht. Sechs Personen treten an – offiziell alle mit dem gleichen Programm, unterscheiden sie sich nur in Stil und Persönlichkeit. Das allerdings gewaltig. Ihr Schlagabtausch lässt befürchten, sie könnten sich im internen “Vorwahlkampf” so verschleißen, dass der politische Gegner sich ins Fäustchen lachen kann. Gestern war großer Fernsehauftritt für die “Sechse auf einen Streich”.

Die sechs linken Bewerber sind:

Arnaud Montebourg. Er steht am weistesten links, für ihn wollen auch die Kommunisten stimmen, die erstmals in der V. Republik keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Manuel Valls, der schon etwas weiter von den ganz Linken entfernt ist.

Segolene Royal, Kandidatin 2007, die sich jetzt vor allem einen Rosenkrieg mit ihrem Ex-Lebensgefährten Francois Hollande liefert. Der ist vor Jahren als Parteichef von Martine Aubry abgelöst worden. Sie war Vize-Premier in der letzten linken Regierung – für große Wahlkämpfe fehlt ihr aber das Charisma. Jean Micheal Baylet, ein Senator, ist eher chancenlos.

Funktionieren soll die Vorwahl so: jeder Franzose, der zur Präsidentschaftswahl ein Stimmrecht hat, darf mitmachen. Für einen Beitrag von einem Euro.

Bis 9. Oktober läuft eine erste Runde, bei der zwei Bewerber ausgewählt werden. Bis 16. Oktober gilt es, den endgültigen Kandidaten zu nominieren.

Die aktivste Anhängerschaft haben Martine Aubry und Francois Hollande. Angesichts der Schwäche der Linken wächst die Sorge, es könnte sich das Debakel von 2002 wiederholen, als Chirac nur gewählt wurde, um den rechtsextremen Le Pen zu verhindern. 2012 könnte es im zweiten Wahlgang heissen: Le Pen – diesmal die Tochter – gegen Sarkozy.