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Temperamentvolle Debatten bei Finanzminister-Treffen

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Temperamentvolle Debatten bei Finanzminister-Treffen

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‘Gebt Gas, Leute. Damit die Weltkonjunktur aufhört zu stottern’ – Amerikas Finanzminister Timothy Geithner war persönlich ins polnische Breslau gekommen, um seinen europäischen Fachkollegen ins Gewissen zu reden. Er blitzte ab. Sie wiederum wollten ihn dazu bringen, mit einer möglichst breit geltenden Finanztransaktionssteuer Tempo aus den heißgelaufenen Finanzmärkten zu nehmen – da wurde es teilweise laut, berichten Teilnehmer.

Belgiens Finanzminister Didier Reinders:
“Ich habe ihn dann daran erinnert, und ich glaube, er ist da auch mitgegangen, dass die Rolle des Staates in den USA, der Präsidentschaft, des Kongresses, der Zentralbank, im Laufe der Zeit gewachsen ist, von einer Krise zur nächsten. Jede einzelne Krise führte zu beherzteren Maßnahmen auf der Ebene des Gesamtstaates. “
Was vor genau drei Jahren in den USA losging mit der der Pleite der US-Investmentbank Lehman, könne nun als Staatsschuldenkrise mit ihrer Nervosität doch allmählich die reale Wirtschaft anstecken, warnte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Und Angela Merkel hat – nicht erst seit dem Berliner Koalitionskrach über neue Hilfen für Griechenland – ein neues Reizwort.

Angela Merkel:
“Ich habe meinen Lösungsweg aufgezeigt und will ganz deutlich sagen, welcher Lösungsweg mit mir, mit der Bundesregierung auf gar keinen Fall gehen wird – und das ist der über die Vergemeinschaftung der Schulden und die Hoffnung, dass dann alles besser wird. Eurobonds wird es nicht geben, meine Damen und Herren.”
Nur die Ruhe, so die Botschaft von Athens Finanzminister Evangelos Venizelos.Die vereinbarten strikten Auflagen zur Sanierung der angeschlagenen Staatsfinanzen würden eingehalten.

Noch haben erst fünf von 17 Eurostaaten die Beschlüsse des Euro-Gipfels zur Griechenlandhilfe und zur erweiterten Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität abgesegnet. Auch Deutschland fehlt noch.

Heute debattieren die Finanzminister weiter über die Finanzmärkte.

Mit dpa, Reuters