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Berlusconis Geschichten aus 1168 Nächten

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Berlusconis Geschichten aus 1168 Nächten

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Silvio Berlusconi ist seit 1168 Tagen Italiens Ministerpräsident. Mit den Nächten dazwischen müssen sich die Italiener beschäftigen – wieder einmal.

Sie lesen durchgesickerte Mitschriften von Telefonaten – die Polizei hatte sein Telefon des Regierungschefs 2009 im Rahmen von Ermittlungen zu einer Prostitutionsaffäre abgehört.

Junge Frauen stünden bei ihm Schlange, soll er dem Unternehmer Giampaolo Tarantini am Neujahrstag mitgeteilt haben – nach der achten Dame hätte er allerdings Konditionsprobleme bekommen.

Auf Tarantini wartet womöglich ein Prozess wegen Anstiftung zur Prostitution.

Er wird verdächtigt, als “Frauenbeauftragter” zusammen mit seinem Umfeld junge, hübsche Frauen für Berlusconis Partys angeheuert und für Sex mit dem Regierungschef bezahlt zu haben, um sich Einfluss und lukrative Aufträge zu sichern.

Ob auch Erpressung dabei war, soll Berlusconi als Zeuge klären – womöglich zwangsweise vorgeführt, wenn er nicht freiwillig antritt.

Pier Ferdinando Casini – UDC Partei:

“Berlusconi hat doch längst den Willen verloren, Italien zu regieren. Er ist mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Dann sollte er aber auch zurücktreten und jemanden Italien regieren lassen, der daran glaubt,” heißt es selbst im bürgerlichen Lager.

Er sei Teilzeit-Regierungschef, hatte Berlusconi angeblich einer Tänzerin gesagt.

Da wird in der Regierungskoalition sogar die Lega Nord nervös: Er wisse nicht, so Parteichef Umberto Bossi, ob Berlusconi wirklich bis zum Ende seiner Amtszeit 2013 bleiben werde.

Das wären noch knapp 600 Tage. Und Nächte.

Sigrid Ulrich mit afp, Reuters