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Strauss-Kahn räumt "moralischen Fehler" ein

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Strauss-Kahn räumt "moralischen Fehler" ein

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Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hat sich erstmals zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn geäußert. Empfangen wurde er vor dem Fernsehsender in Paris von Demonstranten, die an seiner Unschuld zweifeln.

Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo hatte Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt und ihm vorgeworfen, sie zu Oralsex gezwungen zu haben.

Der 62-Jährige präsentierte sich als unschuldiger Mann und entschuldigte sich bei seiner Frau und den Franzosen:

“Bei dem was passiert ist, war keine Gewalt und kein Zwang im Spiel. Es hat keine strafbare Handlung gegeben. Das sage nicht ich, sondern der Staatsanwalt. Was vorgefallen ist, war eine unangemessene Beziehung, oder vielmehr ein Fehler.

War es eine Charakterschwäche? Ich glaube, es war sehr viel schwerwiegender. Es war ein moralischer Fehler.

Aber ich habe dadurch auch die Franzosen, die von mir einen politischen Wandel erwartet hatten, enttäuscht. Diesbezüglich habe ich mein Treffen mit den Franzosen verpasst.

Der Bericht des Staatsanwalts beschuldigt mich keiner Verletzungen oder Spuren. Er hält fest, das Nafissatou Diallo in allen Punkten gelogen hat.”

In New York läuft allerdings noch eine Zivilklage gegen Strauss-Kahn. Diallo könnte trotz des beendeten Strafverfahrens Schadenersatz erhalten.

Und in Frankreich wirft die Journalistin Tristane Banon Strauss-Kahn vor, 2003 in einer Pariser Wohnung über sie hergefallen zu sein. Die Justiz hat Vorermittlungen eingeleitet.