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Das "Honigurteil" und seine Folgen - Ein Gespräch mit Verbraucher-Kommissar John Dalli

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Das "Honigurteil" und seine Folgen - Ein Gespräch mit Verbraucher-Kommissar John Dalli

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Euronews:

“Willkommen bei Euronews, John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Herr Kommissar, der Europäische Gerichtshof hat in einem sogenannten Honigurteil entschieden, dass der Honig, der mit Pollen gentechnisch veränderter Organismen verunreinigt ist, nur mit Bewilligung verkauft werden darf. Wie können Käufer sicher gehen, dass dieser Honig nicht in die Läden gelangt?”

Dalli:

“Das Urteil lenkt die Aufmerksamkeit auf gentechnisch veränderte Organismen und Honig. Der Hersteller Monsanto wird den Antrag auf den Anbau von Mais – von dem der Pollen stammte – ändern müssen. Eine Genehmigung für Honig sollte darin enthalten sein.”

Euronews:

“Bienenzüchter behaupten, der Nachweis, dass ihr Honig keine gentechnisch veränderten Organismen enthält, werde sie viel Geld kosten. Was sagen Sie dazu?”

Dalli:

“Wichtig ist, die Bienenzucht in einer gewissen Entfernung von Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu betreiben. Die Hälfte der Staaten hat Regeln zur Koexistenz, die andere Hälfte hat diese Regeln nicht.”

Euronews:

“Der Europäische Gerichtshof hat ebenfalls entschieden, dass das französische Verbot von gentechnisch veränderten Organismen rechtswidrig ist. Würden Sie erläutern, unter welchen Umständen ein Land solche Verbote erlassen kann?”

Dalli:

“Gentechnisch veränderte Pflanzen können angebaut werden, nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ihre Unbedenklichkeit überprüft hat. Nachdem der wissenschaftliche Nachweis erbracht wurde, dass sie sicher und umweltfreundlich sind. Fragen dazu müssen allerdings geäußert, erklärt und geprüft werden, bevor ein Mitgliedsstaat eigene Entscheidungen trifft. Das aber ist nicht geschehen. Aus diesem Grund hat die Kommission vor längerer Zeit vorgeschlagen, dass die Mitgliedsstaaten selbst darüber entscheiden, ob sie den Anbau eines bestimmten Produkts in ihrem Land gestatten oder nicht, selbst wenn der gentechnisch veränderte Organismus zum Anbau freigegeben worden ist.”

Euronews:

“Vielen Dank.”